MERCURIO- und LAND-Empfang mit Kurzvorträgen
zu ökologischem Wandel und Energiewende
am 01.07.2022

 

Am 01.07.2022 hatte das Mitgliedsunternehmen LAND gemeinsam mit Mercurio zu einem abendlichen Empfang im Innenhof des Firmensitzes in Düsseldorf-Flingern eingeladen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Mercurio-Vorsitzenden Dr. Eckart Petzold, übergab dieser das Wort an die Referenten, um in die Themen des Abends, ökologischer Wandel und Energiewende, einzusteigen.

 

Jochen Kral, Dezernent für Mobilität der Stadt Düsseldorf, skizzierte aus Sicht eines Stadtmanagers, was in Düsseldorf bereits erreicht wurde und welche Investitionen in den Klimaschutz mit einem Etat von 60 Mio. € in Zukunft getätigt werden sollen. Als Schlüsselelement identifizierte er die Umstellung der Wärmeversorgung der Stadt, zu der vor allem Technologien wie Fernwärme und Wärmepumpen gefördert werden müssen.

 

Andreas Kipar, CEO von LAND, widmete sich seinem Fachgebiet, dem Umbau der Stadtlandschaft zur Anpassung an den Klimawandel. Er konstatierte, dass Landschaft nicht mehr ein Nischenthema der Architekten sei, sondern die ganze Gesellschaft betreffe. Hierzu sei ein neues, nicht-lineares Denken und das Schaffen von Blaupausen erforderlich. Man müsse endlich „Aufbrechen“, was er nicht nur sprichwörtlich, sondern ganz konkret als Aufgabe der Stadtplanung verstanden wissen wollte, um die Natur wieder in die Städte einziehen zu lassen.

 

Dem Klimawandel als globale Herausforderung wandte sich Magdalena Sprengel von der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate zu und stellte Konzepte vor, wie Klimaschutz international gedacht und umgesetzt werden kann. Dazu erklärte Sie, wie ihr international aufgestelltes Team Partnerschaften mit ausländischen Ländern, Regionen und Städten vereinbart und heimische Unternehmen zu den unterschiedlichen lokalen Herausforderungen des Klimawandels und Klimaschutzes im Ausland berate. Sabrina Herrmann, Leiterin Smart Infrastructure RDE West der Siemens AG, ging noch einmal genauer auf die technischen Möglichkeiten ein, die zum Klimaschutz bereitstünden. Auch sie sah großen Handlungsbedarf im Gebäudesektor, der 40 % des Energieverbrauchs in Europa ausmache. Hier würde allein die smarte Gebäudesteuerung ein großes Energiesparpotential bieten. Doch darüber hinaus seien Gebäude mittlerweile so weit, dass sie nicht nur Energie verbrauchten, sondern auch erzeugten.

 

Um den Worten von Andreas Kipar bereits Taten folgen zu lassen, nutzte Marco Pazzaglia, CFO von LAND, die Möglichkeit, einen Rhododendron, einen Hibiskus sowie einige Hortensien unter den Gästen zu versteigern. Der Erlös kam der Diakonie Kaiserswerth zugute.

Bei hervorragendem italienischen Buffet ließen die Gäste, unter denen auch einige Mitarbeiter des Mailänder Büros von LAND waren, den sommerlichen Abend im Innenhof und später auf der begrünten Dachterrasse ausklingen.

 

 

Text: Simon Wickel

 

 

 

 

MERCURIO-FRÜHJAHRSEMPFANG MIT DEBATTE ÜBER KREISLAUFWIRTSCHAFT

 

Mittwoch, 4. Mai 2022, um 17:30

 

Industrie-Club Düsseldorf e.V., Elberfelder Str. 6, 40213 Düsseldorf

 

Nach zwei Jahren der pandemischen Zwangspause trafen sich die Mercurio-Gäste am Mittwochabend endlich wieder im Düsseldorfer Industrie-Club, um sich gleich einem schwierigen und umfangreichen Thema zu widmen: Der Kreislaufwirtschaft. Nach Begrüßungsworten des Italienischen Generalkonsuls aus Köln, Luis Cavalieri, und des Oberbürgermeisters Dr. Keller, moderierte Marco Pazzaglia, Group CFO LAND, eine spannende Panel-Diskussion unter dem Titel „Ich war eine Dose“, der an eine berühmte, Mitte der 1980er-Jahre lancierte Werbekampagne anlehnt. Dabei sprachen Daniel Dalter, Leiter Region West der HypoVereinsbank, Ministerialdirigent Hans-Jörg Lieberoth-Leden vom Umweltministerium des Landes NRW und Dr. Henning Wilts, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Während der einleitenden Statements der Diskussionsteilnehmer wurde schnell klar, wie facettenreich das Thema ist und dass vor allem für mittelständische Unternehmen ein hoher Informationsbedarf besteht. Ministerialdirigent Hans-Jörg Lieberoth-Leden sagte, dass in NRW grundsätzlich alle Akteure für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft vor Ort seien, aber viele wiederverwertbare Ressourcen, wie Baustoffe, noch größtenteils auf Deponien entsorgt würden. Herr Dalter erklärte, dass in der Finanzwirtschaft ein immer größeres Augenmerk auf Nachhaltigkeit gelegt werde und damit auch das Thema Kreislaufwirtschaft eine wachsende Bedeutung für die Kreditwürdigkeit von Unternehmen habe. Diesen Anforderungen würden große Unternehmen bereits gerecht, während im Mittelstand ein noch erheblicher Informations- und Aufholbedarf bestehe. Dr. Wilts machte deutlich, dass man eine klimaneutrale Wirtschaft bis 2045 nur mit einer umfangreichen Kreislaufwirtschaft erreichen werde. Deutschland führe aber zurzeit nur 13 % der verwendeten Ressourcen der Kreislaufwirtschaft zu, während dies beispielsweise in den Niederlanden bereits 30 % seien.

 

Auch Mercurio-Mitglieder nutzten die Möglichkeit, sich an der Diskussion zu beteiligen. So wurde angemahnt, in der durchaus emotionalen Debatte einen unvoreingenommenen Blick zu bewahren und auch sinnvolle Alternativen, z.B. zu den in der Entsorgung problematischen Batterien von Elektroautos, nicht außer Acht zu lassen. Außerdem solle man die Kreisläufe der Wiederverwertung nicht nur national, sondern gleich europäisch denken.

 

 

In ihren Abschlussbeiträgen betonten die Diskussionsteilnehmer noch einmal, dass die Kreislaufwirtschaft kein Nischenthema mehr sei und eine Beschäftigung damit unumgänglich werde. Sie blickten daher leicht optimistisch in die Zukunft, dass der Anteil der Kreislaufwirtschaft gesteigert werden könne. Die Teilnehmer betonten aber auch die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen, sich des Themas beherzt anzunehmen. Dies stand jedenfalls für die anwesenden Mercurio-Mitglieder nach der Diskussion außer Zweifel und war Gegenstand der zahlreichen sich anschließenden Gespräche, die endlich wieder in vertrauter Atmosphäre geführt werden konnten.

 

Wir danken unserem Sponsor für die Unterstützung:

 

 

 

 

 

 

Im Gespräch: Gabriele Costantino, Universität Parma

   

Impfstoff-Wissen und Verteilungsgerechtigkeit II

  

Global Health oder Protektionismus?

 

Davos, 17.Januar 2022: Beim Auftakt zum Weltwirtschaftsforum mahnt der chinesische Präsident Xi alle Länder zur Zusammenarbeit, «um die Pandemie zu besiegen und eine gerechte und zügige Verteilung von Impfstoffen zu gewährleisten», sowie dazu, «aktive und kooperative Forschung für die Entwicklung von Medikamenten zu betreiben, gemeinsam mehrere Schutzwälle gegen das Coronavirus aufzubauen und die Bemühungen zur Bildung einer globalen Gesundheitsgemeinschaft für alle voranzutreiben».

 

In Deutschland hat Entwicklungsministerin Svenja Schulze ärmeren Ländern eine verstärkte Hilfe im Kampf gegen die Coronapandemie zugesagt. Deutschland wolle beim Aufbau von Impfstoffproduktionen in Südafrika, Ruanda, Ghana und Senegal helfen, sodass in Zukunft dort auch Vakzine gegen Malaria und andere Tropenkrankheiten produziert werden könnten.

 

Schulze kündigte zudem an, dass die globale Gesundheit ein zentraler Schwerpunkt der diesjährigen deutschen G7-Präsidentschaft sein werde.

  

Während diese Ermahnungen und konkreten Verpflichtungen einen weiteren Zusammenbruch der Weltwirtschaft verhindern sollen, hat die Pandemie zweifelsohne zu einem neuen Verantwortungsbewusstsein für die globale Gesundheit geführt. Oder zumindest zu einem Bewusstsein dafür, dass sie im Interesse aller liegt.

 

Global Health oder Protektionismus?

 

Unser Titel schließt bewusst mit einem Fragezeichen, das besagen soll: Die globale Gesundheit ist nicht zwingend unvereinbar mit nationalen Interessen.

 

Hier gilt es, ein differenzierteres Bild zu skizzieren, um zu verdeutlichen, ob oder wie Markt- und Forschungsmechanismen sich der Forderung einer «globalen Gesundheitsgemeinschaft für alle» anpassen können.

 

Im Gespräch:

 

           Gabriele Costantino

           Professor für pharmazeutische Chemie und Leiter der Abteilung für Lebensmittel und Arzneimittel der Universität Parma

  

Das Gespräch führten:

 

           Dottoressa Paola Di Gion

           stellvertretende Vorsitzende des Forum Accademico Italiano

           und

           Dottoressa Simone Protti

           Geschäftsführerin von MERCURIO Deutsch-Italienische Wirtschaftsvereinigung

 

Hier der Link zum Interview:

 

https://youtu.be/-zsm2gaZ7Tg

 

Simone Protti, 02.03.2022