Im Gespräch: Gabriele Costantino, Universität Parma

   

Impfstoff-Wissen und Verteilungsgerechtigkeit II

  

Global Health oder Protektionismus?

 

Davos, 17.Januar 2022: Beim Auftakt zum Weltwirtschaftsforum mahnt der chinesische Präsident Xi alle Länder zur Zusammenarbeit, «um die Pandemie zu besiegen und eine gerechte und zügige Verteilung von Impfstoffen zu gewährleisten», sowie dazu, «aktive und kooperative Forschung für die Entwicklung von Medikamenten zu betreiben, gemeinsam mehrere Schutzwälle gegen das Coronavirus aufzubauen und die Bemühungen zur Bildung einer globalen Gesundheitsgemeinschaft für alle voranzutreiben».

 

In Deutschland hat Entwicklungsministerin Svenja Schulze ärmeren Ländern eine verstärkte Hilfe im Kampf gegen die Coronapandemie zugesagt. Deutschland wolle beim Aufbau von Impfstoffproduktionen in Südafrika, Ruanda, Ghana und Senegal helfen, sodass in Zukunft dort auch Vakzine gegen Malaria und andere Tropenkrankheiten produziert werden könnten.

 

Schulze kündigte zudem an, dass die globale Gesundheit ein zentraler Schwerpunkt der diesjährigen deutschen G7-Präsidentschaft sein werde.

  

Während diese Ermahnungen und konkreten Verpflichtungen einen weiteren Zusammenbruch der Weltwirtschaft verhindern sollen, hat die Pandemie zweifelsohne zu einem neuen Verantwortungsbewusstsein für die globale Gesundheit geführt. Oder zumindest zu einem Bewusstsein dafür, dass sie im Interesse aller liegt.

 

Global Health oder Protektionismus?

 

Unser Titel schließt bewusst mit einem Fragezeichen, das besagen soll: Die globale Gesundheit ist nicht zwingend unvereinbar mit nationalen Interessen.

 

Hier gilt es, ein differenzierteres Bild zu skizzieren, um zu verdeutlichen, ob oder wie Markt- und Forschungsmechanismen sich der Forderung einer «globalen Gesundheitsgemeinschaft für alle» anpassen können.

 

Im Gespräch:

 

           Gabriele Costantino

           Professor für pharmazeutische Chemie und Leiter der Abteilung für Lebensmittel und Arzneimittel der Universität Parma

  

Das Gespräch führten:

 

           Dottoressa Paola Di Gion

           stellvertretende Vorsitzende des Forum Accademico Italiano

           und

           Dottoressa Simone Protti

           Geschäftsführerin von MERCURIO Deutsch-Italienische Wirtschaftsvereinigung

 

Hier der Link zum Interview:

 

https://youtu.be/-zsm2gaZ7Tg

 

Simone Protti, 02.03.2022